So, hier ein Post, der mir viel Ärger einbringen wird. Aber es muss sein.

Ich werde als OB eine Meldestelle für Bürger einrichten, um gegen Filz und Korruption vorgehen zu können. Ich bin ein normaler Bürger unserer Stadt, parteiunabhängig und nicht in das Mülheimer System aus Politikern, Verwaltungsmitgliedern, Unternehmern und Persönlichkeiten der Mülheimer Society eingebunden. Das Spiel der gegenseitigen „Gefälligkeiten“ werde ich als OB in der Stadtverwaltung beenden.

Ein aktueller Fall um einen Anhänger, der einen Schulweg blockierte, zeigte mir wieder auf, wie weit dieses System reicht. Das Ordnungsamt wurde zwar schnell aktiv, ruderte dann aber genauso schnell zurück mit der Begründung, der Besitzer brauche den Anhänger. Ihm wollte das Ordnungsamt nicht „zumuten“, den Anhänger um zwei Meter zu versetzen. Es ist ein Skandal, dass das Ordnungsamt einfach das Recht ignoriert und die Sicherheit unserer Schüler gefährdet. Vor allem: wofür? Der Besitzer des Anhängers ist übrigens eine Ur-Mülheimer Unternehmerfamilie. Anfragen zu dem Vorgang werden vom Ordnungsamt nicht beantwortet.

Leider ist das kein Einzelfall. Ich erinnere mich an einen Vorschlag zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, der erst mit Ordnungsamt, Tiefbauamt, Polizei und Amt für Verkehrswesen groß besprochen wurde. Als klar wurde, an wessen Grundstück die Maßnahme grenzte, stellte sich die Stadtverwaltung auf einmal tot. Keine Statusmeldungen mehr wie zuvor, Anfragen wurden nicht mehr beantwortet.

Egal, wie wem ich über solche Dinge spreche: alle winken ab. „Dat is hier so…“, „machste nix“, „gewöhn dich dran“… und haben eigene Geschichten auf Lager. Es ist erschreckend.

Und nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen. Um das einmal ganz klar zu sagen: Es kann nicht sein, dass hier Recht und Gesetz nicht für alle gelten. Und es kann auch nicht sein, dass so viele Menschen schon so resigniert haben, dass sie diese Zustände einfach nur noch achselzuckend hinnehmen.

Und bevor wieder der Hinweis kommt: „damit machst du dir keine Freunde“: Ja, das weiß ich. Aber ganz ehrlich: das ist mir total egal. Ich trete nicht an um irgendwem oder mir einen Posten zu verschaffen. Ich will diese Stadt, in der meine Kinder aufwachsen, endlich nach vorne bringen. Und als OB bin ich nur dem Bürger verpflichtet, nicht irgendwelchen Netzwerken.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Wenn Sie alles umsetzen was hier schreiben, würde ich Sie gerne unterstützen Bin 68 Jahre alt und Finanzbuchhalterin. Es muss sich was in unserem schönen Mülheim einiges ändern, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Liebe Grüße Karin Hack

    1. Hallo Frau Hack,

      das freut mich sehr, vielen Dank! Wie könnte Ihre Unterstützung aussehen? Schreiben Sie mir gerne an juergen@abeln-waehlen.de

      Herzliche Grüße
      Jürgen Abeln

  2. Ich kann mich Frau Hack nur anschließen. Ich bin ebenfalls eine „Urmülheimerin“ und bin schon lange sehr traurig über das, was aus Mülheim geworden ist.
    Viel Glück
    Marion Linden

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